Zusammenfassung
Die Pappe und Späne wirken wie ein Docht. Das Wachs-Öl-Gemisch ist der Brennstoff. Zusammen geben die Anzünder eine gleichmäßige, lange Flamme, um Holz im Kamin zu entzünden.
Eckdaten
- Kosten
- 0 € bis 3 € (je nach Verfügbarkeit von Wachsresten)
- Schwierigkeit
- Einsteiger
- Bauzeit
- 30 Minuten aktive Arbeitszeit plus 2 Stunden Abkühlzeit
Benötigte Materialien
Materialien
- 1x 30er Eierkarton aus Pappe (kein Kunststoff, kein Styropor)
- Ca. 2 Hände voll Hobelspäne (trocken, unbehandeltes Holz)
- 300 g Wachsreste (alte Kerzenstümpfe, Teelichte – ohne Metallreste)
- 50 ml günstiges Pflanzenöl (Raps- oder Sonnenblumenöl)
Werkzeuge
- Alter Kochtopf + leere Konservendose für das Wasserbad
- Schere oder Cuttermesser
- Alte Zeitung als Unterlage
- Topflappen oder Handschuhe (heißes Wachs!)
Historischer Kontext
Früher nutzte man harzreiche Kienspäne. In Mangelzeiten halfen ölgetränkte Zeitungen. Diese DIY-Methode nutzt heutige Abfälle wie Eierkartons und Kerzenreste.
Ausführliche Anleitung
Betrieb und Anwendung
- Erstmalige nutzung
- Anzünder mit der Kartonseite nach unten unter das Kaminholz legen. Eine Ecke der Pappe oder einen Span anzünden.
- Optimierung
- Bei sehr dickem Holz zwei Anzünder im V-förmigen Winkel zueinander legen – das verbessert den Luftzug.
- Lagerung oder anschluss
- In einer stabilen Blechdose oder einem Einmachglas mit Deckel lagern – trocken und kühl. Nicht in Plastiktüten (Kondensgefahr).
Qualitätsmanagement
- Ideale Rohstoffe
-
- Trockene Hobelspäne von unbehandeltem Holz
- Kerzenreste ohne Metall- oder Farbreste
- Ungeeignet
-
- Feuchte Späne (schimmeln, zünden schlecht)
- Eierkartons mit Kunststoff- oder Wachsbeschichtung (giftige Dämpfe)
Wartung und Pflege
- Einmal im Jahr prüfen, ob die Anzünder muffig oder ölig riechen – dann wegwerfen.
Problembehebung
- Rußt oder stinkt beim Anzünden
- Ursache: Zu viel Öl oder Wachs mit Farb-/Duftstoffen
Lösung: Wachsanteil erhöhen und farblose Kerzenreste verwenden. - Geht zu schnell aus (nach < 2 Minuten)
- Ursache: Zu wenig Wachs-Öl-Gemisch oder zu grobe Späne ohne Bindemittel
Lösung: Nächstes Mal etwas mehr Wachs-Öl-Gemisch einziehen lassen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
Phase 1: Vorbereitung & Befüllung
Die Mulden des Eierkartons werden vorbereitet.
- Eierkarton auf Zeitung legen.
- In jede Mulde zuerst eine kleine Prise Sägemehl geben (optional).
- Dann jede Mulde locker mit Hobelspänen füllen – nicht zu fest pressen.
Profi-Tipp: Sehr trockene Kiefernnadeln untermischen? Dann brennt es etwas lebhafter – aber Vorsicht: mehr Funkenflug möglich.
Phase 2: Schmelzen & Tränken
Herstellung des Wachs-Öl-Gemischs.
- Wasserbad vorbereiten: Topf mit Wasser, darin die Konservendose mit den Wachsresten.
- Wachs langsam schmelzen lassen (nie direkt auf Herdplatte!).
- Pflanzenöl zum flüssigen Wachs geben und vorsichtig umrühren.
- Gemisch sofort gleichmäßig über die gefüllten Mulden gießen.
- Nicht übergießen – die Pappe zwischen den Mulden sollte trocken bleiben.
Profi-Tipp: Ein Löffel oder kleiner Ausgießer hilft bei der Dosierung.
Phase 3: Fertigstellen
Vom Karton zu einzelnen Anzündern.
- Mindestens 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen lassen.
- Entlang der Pappstege mit Schere oder Messer in 30 einzelne Stücke schneiden.
Profi-Tipp: Wer es eilig hat: 30 Minuten in den Kühlschrank – dann lässt es sich sauberer trennen.
Sicherheitshinweis
Nur in geschlossenen Kaminöfen oder Grills mit Funkenschutz verwenden. Nicht bei starkem Wind oder im offenen Lagerfeuer.
Anzünder außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren.
Fazit
Einfach, schnell und günstig: Mit diesen selbstgemachten Anzündern spart man Geld und Müll. Sie brennen sauberer als viele gekaufte Produkte. Umweltaspekt: Gute Klimabilanz, weil Abfallstoffe genutzt werden. Keine gekauften Erdöl-Grillanzünder mit Plastikverpackung nötig. Anhang: Skizzen-Idee: Unten im Eierkarton etwas Sägemehl (saugt Wachs), oben lockere Späne (zünden leichter).